Der große Felsentempel von Ramses II
Ramses II war einer der bedeutendsten Herrscher des pharaonischen Ägypten. Er war der 3. Pharao der 19. Dynastie (1292 bis 1190 v.Chr.) und seine Regierungszeit betrug 67 Jahre. Kein anderer König hat Ägypten so lange regiert - einzige mögliche Ausnahme ist Pepi II (6. Dynastie). 40 Töchter und 45 Söhne sind als seine Nachkommen bekannt, die er teilweise überlebte, denn er starb erst mit etwa 90 Jahren.
Ramses II wird gern als der biblische Unterdrücker der Hebräer angesehen. Es fehlen jedoch stichhaltige Beweise für diese Theorie. Während seiner Regierungszeit überzog Ramses II das Land mit mächtigen Bauwerken, und er sorgte für die Restaurierung der Tempel und Gedenkstätten seiner Vorfahren. Sich selbst ließ er als großen Feldherrn darstellen, der die Hethiter in glorreichem Kampf besiegte. Belegt sind Feldzüge, insbesondere die berühmte Schlacht von Kadesch und der erste schriftlich niedergelegte Staatsvertrag der Geschichte, ein Friedensvertrag, den Ramses II mit dem König der Hethiter, Hatuschili III, schloß. Inzwischen ist bekannt, daß die ramessidischen Darstellungen der Auseinandersetzungen mit den Feinden Ägypten stark übertrieben sind. Sie dienten in dieser Form der Glorifizierung und Vergöttlichung des Pharao; eine der üblichen Taktiken aller Herrscher. 
Frontansicht des großen Felsentempels
mit vier Kolossalstatuen von Ramses II
Die Fassade des Tempels 
hat eine Höhe von 31 m
und eine Breite von 38 m
Im Heiligtum an der Rückwand in 50 m Tiefe befinden sich nebeneinander Figuren der Götter Ptah und Amun-Re, von Ramses II sowie von der Horus-Inkarnation Re-Harachte
Die Ausrichtung des Tempels war geschickt gewählt: zweimal im Jahr bei der Sonnenwende dringt die aufgehende Sonne so tief in den Felsen, daß drei der Statuen in ihrem Licht erstrahlen: Amun-Re, Re-Harachte und - in ihrer Mitte - Ramses IIPtah, Gott der Dunkelheit bleibt im Schatten.
Die inszenierte Selbstvergöttlichung 
von Ramses II war perfekt.
Blick auf das Heiligtum
links und rechts acht osirische Pfeiler
Osiris

bildet mit Isis und Horus eine göttliche Familie. Als sterbender und wiederauferstehender Gott ist er das Sinnbild ewigen Lebens

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